Warum gibt es das Böse in der Welt?
Diese Frage dürfte vielen Menschen schwer im Magen liegen. Vielleicht ist es für viele Menschen auch ein besonders schwerwiegendes Argument gegen die Existenz Gottes.
Denn: Wenn Gott wirklich „die Liebe“ ist – wie kann er sich all das entsetzliche Leid und Elend in dieser Welt anschauen? All die Verletzungen, Misshandlungen, Kriege, Hunger und Krankheiten? Oder aber: Ist Gott vielleicht schon ein Gott der Liebe, aber einfach zu schwach und zu irrelevant, um die Welt, die an so vielen Stellen aus den Fugen geraten ist, endlich wieder auf das rechte Gleis zu bringen?
Auch das ist ein schwerwiegender Gedanke, der leicht zu dem – vorschnellen – Urteil führen kann: So einen Gott kann es nicht geben! Oder auch: So einen Gott will ich nicht! Doch triff dieses Urteil nicht vorschnell, denn die Argumentation ist noch nicht vollständig. Diese Seite erhebt ausdrücklich nicht den Anspruch, alle Facetten und emotionalen Aspekte der schwierigen Leidfrage abschließend zu beleuchten, aber lass uns diesen Themenrahmen von der Bibel her beleuchten. Warum gibt es eigentlich das Leid in der Welt?
Bist du selbst betroffen durch böse Dinge, die Menschen dir zugefügt haben? Schau ergänzend zu dieser Seite gerne auch auf unsere Themenseite „Warum lässt Gott das Leid zu?“.
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Warum gibt es das Böse in der Welt?
Warum läuft um dich herum so viel falsch? Vielleicht stellst du diese Frage sogar als jemand, der selbst davon betroffen ist. Vielleicht bist du massiv verletzt, misshandelt oder sogar missbraucht worden. Vielleicht prägt Mobbing deine Historie, schwierige Familienverhältnisse, ein Vater, der sich nicht um dich kümmert oder oder oder …
Wenn du selbst betroffen bist und du damit kämpfst, die erlittenen Verletzungen endlich hinter dir zu lassen und frei von Hass zu werden, schau gern ergänzend auf die Themenseite: „Wie kann ich vergeben lernen?“.
Jedenfalls: Aus der Frage über den Grund für das Böse in der Welt können sehr grundsätzliche Fragen erwachsen:
„Wenn Gott wirklich die Liebe ist, warum greift er nicht ein und stoppt das Unrecht?“
„Ist er zwar ein liebender Gott, aber einfach zu schwach, um einzugreifen?“
Das sind schwerwiegende Fragen, die dich vielleicht schnell zu der Schlussfolgerung führen, dass es Gott nicht geben kann. Zum Gesamtbild dieser Frage gehören allerdings weitere Aspekte.
Wenn du verstehen willst, wie Gott sich die Welt eigentlich gedacht hat, musst du schauen, wie die Welt aussah, nachdem dieser geniale und liebende Schöpfer-Gott diese Welt erschaffen hatte. Weißt du, was die ersten Worte der Bibel sind?
„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Die Erde war formlos und leer.“ Aus der zunächst formlosen Erde baute Gott ein wunderbares Paradies. Mehrfach heißt es im Laufe des Schöpfungsberichts, dass Gottes Schöpfung gut war. Und wenn du dich in der Natur umschaust, wirst du es in tausendfacher Weise bestätigen können. Da ist so unglaublich viel Genialität und so ein verschwenderischer Umgang mit Schönheit, mit Farben, mit Funktionen.
Einfach ein geniales Gesamtkonstrukt. Nachdem Gott auch den Menschen erschaffen hatte, heißt es sogar:
„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war tatsächlich sehr gut.“
Gott hat diese Welt als einen perfekten und genialen Ort erschaffen. So war es und so hätte es bleiben können. In der ganzen Schöpfung ragt ein Wesen heraus, nämlich der Mensch. Es heißt in der Bibel, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes erschaffen wurde. Der Mensch war ein Gegenüber Gottes, ein Wesen, mit dem Gott besonders in Beziehung sein wollte. Und der Mensch war ein Wesen, dem Gott besondere Verantwortung über diese Welt übertrug.
Dieser Mensch wurde nicht als Roboter geschaffen, sondern als ein Wesen mit freiem Willen. Das spricht für die Größe Gottes, und es macht auch Sinn. Denn was wäre die Zuneigung des Menschen ansonsten wert? Gott hat dem Menschen diese wunderbare Welt, damals noch ein wahres Paradies, anvertraut. Der Mensch durfte so viel Schönheit genießen und er hatte beinahe grenzenlose Freiheit. Freiheit bedeutete aber auch: Der Mensch konnte sich gegen Gott und seine Nähe entscheiden.
Gott schnallte kein großes Zentnergewicht an Gesetzen und Geboten auf den Rücken des Menschen. Nur dieses eine: Es gab einen Baum im Garten Eden, nämlich den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse, von dem der Mensch nicht essen sollte. Angesichts der Fülle und Schönheit des Paradieses sollte das wirklich kein Problem sein. Aber es wurde zu einem Problem, sogar zu einem gewaltigen Problem. Die Konsequenzen sind größer als du denkst.
Der Punkt, an dem die Menschheit falsch abgebogen ist
Kommen wir zu einem massiven Problem in dem bisher so wunderschönen Paradies. In der Story taucht der Teufel auf. Wir hatten bereits in der vierten Kurseinheit auf diesen Gegenspieler Gottes geschaut. Wir wollen gleich einen zentralen Abschnitt der Bibel anschauen, um die geistliche Realität der Welt besser erfassen zu können. Es ist ein etwas längerer Abschnitt, aber er ist absolut entscheidend, um den roten Faden der Bibel zu erfassen.
„Die Schlange war listiger als all die Tiere, die Jahwe-Gott gemacht hatte. Sie fragte die Frau: „Hat Gott wirklich gesagt, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft?“ „Natürlich essen wir von den Früchten“, entgegnete die Frau, „nur von den Früchten des Baumes in der Mitte des Gartens hat Gott gesagt: 'Davon dürft ihr nicht essen – sie nicht einmal berühren –, sonst müsst ihr sterben.'“ „Sterben?“, widersprach die Schlange, „sterben werdet ihr nicht. Aber Gott weiß genau, dass euch die Augen aufgehen, wenn ihr davon esst. Ihr werdet wissen, was Gut und Böse ist, und werdet sein wie Gott.“ Als die Frau nun sah, wie gut von dem Baum zu essen wäre, was für eine Augenweide er war und wie viel Einsicht er versprach, da nahm sie eine Frucht und aß. Sie gab auch ihrem Mann davon, der neben ihr stand. Auch er aß. Da gingen beiden die Augen auf. Sie merkten auf einmal, dass sie nackt waren. Deshalb machten sie sich Lendenschurze aus zusammengehefteten Feigenblättern. Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie Jahwe-Gott durch den Garten gehen. Da versteckten sich der Mann und seine Frau vor Jahwe-Gott zwischen den Bäumen. Doch Jahwe-Gott rief den Menschen: „Wo bist du?“ Der antwortete: „Ich hörte dich durch den Garten gehen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Deshalb habe ich mich versteckt.““
Wir befinden uns am entscheidenden Wendepunkt der Menschheit. Es ist sehr wichtig, dass wir den Rahmen richtig erfassen. Gehen wir also schrittweise vor:
Gott hat die Welt perfekt erschaffen.
Gott hat dem Menschen besondere Verantwortung übertragen. Es gab keine Vielzahl von Geboten, sondern nur eine schlichte Regel. Damit hat Gott dem Menschen einen geschützten Rahmen gebaut, ihm aber gleichzeitig das Recht auf eine freie Entscheidung überlassen. Eine geniale Konstruktion und Kombination von Schutz und Selbstbestimmungsrecht. Der Teufel betritt die Bühne.
Der Teufel verzerrt die Aussage Gottes und richtet den Blick des Menschen auf das, was tabu war.
Er verzerrt die Wahrnehmung des Menschen von Gott im Sinne von: „Gottes Aussage stimmt so nicht. Gott möchte euch etwas vorenthalten.“ Und damit ist die Aussage letztendlich auch: „Gott ist nicht gut. Gott meint es nicht gut mit euch. Gott verdient euer Vertrauen nicht. Macht euer eigenes Ding.“
Kommt dir diese Argumentation bekannt vor?
Der Mensch fällt auf die Lüge herein und bricht das einzige Gebot, das Gott zu diesem Zeitpunkt an den Menschen gerichtet hatte. In dem Moment hat sich der Mensch dagegen entschieden, Gott zu folgen und ihm zu vertrauen. Die Folge dieser Sünde war der Tod.
Nun sind Adam und Eva ja nicht sofort gestorben, …
… aber die direkte Beziehung zu Gott, in der sie vorher leben konnten, war tatsächlich zerstört. Die Trennung von Gott ist eine Form des geistlichen Todes. Und letztlich sind sie dann auch am Ende ihres Lebens den körperlichen Tod gestorben.
Wie eine Blume ohne ihre Wurzeln
Das ist so ähnlich wie bei einer Blume, die man auf dem Feld pflückt.
Sie sieht noch lebendig aus, aber in dem Moment, wo man sie von den lebensspendenden Wurzeln entfernt, hat der Prozess des Sterbens begonnen.
Und genau das ist der Status unserer Welt. Es ist eine Welt des Todes und der Gottesferne. Das Böse hat Einzug in Gottes Schöpfung genommen. Und das ist der eigentliche Grund für das Leiden und das Elend in dieser Welt.
Die Welt ist nicht mehr die perfekte Welt, die Gott geschaffen hat, …
… sondern sie ist eine Welt, die sich von Gott entfernt und sich bewusst gegen Gott entschieden hat. Und es ist damit eine Welt, die eine Tür für das Böse geöffnet hat, inklusive aller Konsequenzen, die das mit sich bringt.
Vielleicht hast du am eigenen Leib diese Verdorbenheit der Welt zu spüren bekommen.
Vielleicht ist deine Vergangenheit in besonderer Weise von diesem Schatten belastet. Dein Schmerz, deine Angst, deine Verletzung, deine Sucht, Abhängigkeit oder was du auch sonst noch an Steinen in deinem ganz persönlichen Lebensrucksack mit dir herumträgst.
Und … du wirst es besser beurteilen können, aber:
So manche Entscheidungen, die wir im Leben treffen, so manche Tat, die wir vollbringen, sind im Rückblick ebenfalls nicht so, dass wir stolz darauf sind. So manche Hypothek haben wir uns tatsächlich auch selbst auf unserem Weg aufgeladen.
Runden wir ab …
Runden wir diese Lektion mit einer wichtigen Feststellung ab: Wir leben in einer gefallenen Welt. Dieser gefallene Zustand mit all seinen furchtbaren Symptomen ist nicht Teil von Gottes eigentlichem Wunsch gewesen, sondern die Folge der menschlichen Entscheidung gegen Gott. Jetzt fragst du dich vielleicht:
„Warum soll ich ausbaden, was Adam und Eva im Garten Eden verbockt haben? Ich bin noch ein ganz passabler Mensch, nicht perfekt, aber sicherlich besser als viele andere in der Welt. Warum muss ich dann so viel Böses erleben?“
Die Bibel lässt uns aber nicht nur auf Adam und Eva zeigen. Sie stellt jedem von uns die Frage, wie wir selbst mit Gott und seinen Maßstäben umgehen.
In der nächsten Lektion geht es ans Eingemachte. Wir wollen einen realistischen Blick auf uns selbst werfen. Am Ende der nächsten Lektion sollst du einen sehr klaren Eindruck davon haben, wie du vor Gott dastehst, wenn es nur auf dich allein ankommt. Ist so ein Selbsttest überhaupt möglich? Sei gespannt und lass dich auf ein besonderes Abenteuer ein.
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