Option 1
Zweifel als Grund, es gar nicht erst mit Gott zu versuchen. Damit verbunden ist die Gefahr, das Wichtigste im Leben zu verpassen.
Kennst du die innere Ahnung, dass es mehr geben muss als Termine, Leistungsdruck, Arbeit, Vergnügen und Geldverdienen? Gerade in schwierigen Zeiten kann die Sehnsucht nach „mehr“ umso stärker in uns aufkeimen. Sollte man vielleicht doch an Gott glauben? Aber selbst wenn man das will – wie geht das? Muss man seinen Kopf ausschalten, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter sich lassen und gedanklich ins Mittelalter springen, um überhaupt glauben zu können?
Diese Website soll dir Leitlinien und Praxistipps für deine Beziehung zu einem realen Gott geben. Gute Nachricht vorab: Glaube ist auch für dich möglich!
Was ist überhaupt Glaube – und kann man Glauben lernen? Vielleicht denkst du, Glauben bedeute, sich absolut sicher zu sein und keine Zweifel mehr zu haben. Dabei kann der erste Schritt des Glaubens gerade mit offenen Fragen erfolgen. Leidvolle Zeiten können diese Fragen verstärken und somit zu besonders wertvollen Auslösern einer Sinnsuche werden, die dich im Leben voranbringt.
Bittet, und Gott wird euch geben; sucht, und er lässt euch finden; klopft an, und er öffnet die Tür!
Wie sollte man aber mit offenen Fragen oder sogar Zweifeln umgehen? Du selbst kannst entscheiden, welche Route du verfolgen willst:
Zweifel als Grund, es gar nicht erst mit Gott zu versuchen. Damit verbunden ist die Gefahr, das Wichtigste im Leben zu verpassen.
Zweifel als Grund, um die Antwort gerade bei Gott zu suchen, sich auf ihn einzulassen und ihm vielleicht sogar einen Vertrauensvorschuss zu geben.
Was tun bei Zweifeln an Gott? Gott hält Zweifel und Fragen aus. Ein schönes Beispiel dafür ist die Geschichte vom sprichwörtlichen „ungläubigen Thomas“ unter den Jüngern von Jesus. Dieser hatte den auferstandenen Herrn Jesus zunächst nicht selbst erlebt und wollte erst dann glauben, wenn er sich ganz persönlich vom lebendigen Jesus überzeugt hätte. Kommt dir diese „Ich glaube nur, was ich sehe-Einstellung“ bekannt vor?
Lies gerne nach, in welch einer liebevollen Weise Jesus auf den zweifelnden und ungläubigen Thomas zugeht (Johannes 20,24–29). Jesus will nicht, dass Thomas in den Zweifeln hängenbleibt, sondern dass er zum Glauben findet. Und er ist bereit, Thomas in seinem Zweifel „abzuholen“.
Eine der Schlüsselstellen der Bibel zum Thema Glauben:
Was ist also der Glaube? Er ist die Grundlage unserer Hoffnung, ein Überführtsein von Wirklichkeiten, die man nicht sieht.
Wie entsteht Glaube? Glaube ist nicht einfach bloß ein Für-wahr-Halten, sondern Vertrauen. So wie man einem Freund oder auch Ehepartner vertraut, ohne alles beweisen zu können.
Vertraue auf Jahwe mit ganzem Herzen / und stütze dich nicht auf deinen Verstand! / Such ihn zu erkennen bei allem, was du tust, / dann räumt er dir die Hürden aus dem Weg!
Das bedeutet nicht, den Verstand auszuschalten. Es bedeutet, zuzugeben, dass der Mensch nicht alles kontrollieren und auch nicht alles wissen kann – insbesondere nicht gegenüber einem Gott, dessen Denken und Handeln unseren kleinen intellektuellen Rahmen komplett sprengt. Wenn Gott der Schöpfer des Universums ist, liegt es nahe, dass menschliches Wissen seine Wirklichkeit nicht vollständig erfassen kann. Übrigens: Wenn du dich mit der Frage befassen willst, ob es Gott überhaupt gibt, nutze gerne Lektion 1 in unserem Infokurs „Gibt es Gott überhaupt?“.
Glaube umfasst Erkenntnis, Vertrauen und eine persönliche Antwort. Er beginnt nicht im luftleeren Raum: Ein Mensch hört von Gott, prüft, was er über ihn erkennt, und entscheidet sich, diesem Gott Vertrauen zu schenken. Gleichzeitig beschreibt die Bibel Glauben nicht nur als menschliche Willensleistung, sondern auch als Antwort auf Gottes Handeln und auf sein Wirken im Menschen. So kann Vertrauen Schritt für Schritt wachsen. Dazu gehört auch der Mut, den nächsten Schritt zu gehen, obwohl man noch nicht jedes Ergebnis überblicken kann. Dabei kann es Hindernisse geben.
Glaube ist kein Selbstläufer. Es kann sogar sein, dass wir innere Hürden überwinden müssen, um wirklich glauben zu können. Bremsende Hürden können beispielsweise so aussehen:
Auch falsche Prioritäten können dich in deinem Glauben ausbremsen. Im Evangelium nach Matthäus wird die Geschichte eines sogenannten „reichen Jünglings“ erzählt (Matthäus 19). Dieser stellte Jesus im Hinblick auf das ewige Leben eine grundsätzlich sehr gute Frage: Was müsse er für ewiges Leben tun? Damit zeigte er einen sehr guten Blickwinkel – nämlich in Richtung Ewigkeit. Und dennoch:
Vor die Herausforderung gestellt, seinen Reichtum hinter sich zu lassen und Jesu Nachfolger zu werden, entschied er sich für den Reichtum. Glaube kann bedeuten: Die Prioritäten richtig zu setzen. Nichts sollte uns wichtiger sein als Gott selbst.
Viele Religionen und Weltanschauungen betonen, dass der Mensch sich zu Gott oder zu irgendeiner Form der Erlösung „hocharbeiten“ müsse – durch gute Werke, Meditation oder Gehorsam. Das Christentum ist hier einzigartig: Nicht du arbeitest dich für deine Erlösung zu Gott hoch – er kommt dir entgegen. Beachte dabei auch Lektion 7 („Das große Dilemma“) und Lektion 8 in unserem Infokurs, wo es um Jesus Christus als die große Lösung geht. Damit hat der christliche Glaube eine komplett andere Blickrichtung. An dir liegt es, ob du dieses Geschenk annimmst oder an dir vorüberziehen lässt.
Nicht ihr habt mich ausgewählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr losgeht und Frucht bringt – Frucht, die Bestand hat.
Glaube ist auch eine Antwort auf Liebe. Jesus kam, um den Menschen die Beziehung zu Gott wieder zu öffnen. Zum Glauben gehört das Vertrauen, dass Gottes Wege und Lebensregeln das bestmögliche Lebenskonzept für uns sind. Wenn du das glaubst, ist Gottes Wort kein enges Korsett von Regeln, die du zusätzlich zu deinen sonstigen Herausforderungen auch noch bewältigen musst. Nein, es ist eine geniale Bedienungsanleitung für ein Leben mit ewigem Sinn.
Schwere Zeiten stärken den Glauben nicht automatisch. Sie können ihn erschüttern, massive Zweifel auslösen und Fragen aufwerfen, auf die es keine schnellen Antworten gibt. Zugleich können solche Zeiten auch zu Erfahrungen werden, in denen Vertrauen wächst. Gerade dann, wenn man am Ende der eigenen Kraft und umso mehr auf Gott angewiesen ist, kann es geschehen, dass man merkt: Ich falle nicht ins Bodenlose, sondern maximal in die Hand Gottes. Auf diese Weise können die anspruchsvollen Lebensetappen zu besonderen Erfahrungen führen, bei denen man anschließend zurückblicken und sagen kann: Das war eine schwere Zeit, aber ich habe Gottes Nähe und Fürsorge so stark gespürt wie sonst nicht. Das ist ein hoffnungsvolles Element von leidvollen Phasen im Leben. Kurzum:
Wer einmal die besondere Nähe und Fürsorge Gottes erlebt hat, dürfte es leichter haben, auch in der Zukunft auf Gottes Hilfe zu bauen. Solche Erfahrungen kann man selbst machen. Aber es kann auch hilfreich sein, wenn andere Menschen ihre Erfahrungen mit uns teilen und uns daran Anteil haben lassen. Wenn du gerade in einer Wüstenetappe des Lebens bist, schau doch auch auf unsere Themenseite „Warum lässt Gott das Leid zu?“.
Glücklich der Mann, der die Erprobung standhaft erträgt! Denn nachdem er sich so bewährt hat, wird er den Ehrenkranz des Lebens erhalten, den Gott denen versprochen hat, die ihn lieben.
Bitte verwechsle Glauben nicht mit Gefühl. Gefühle sind wie Wellen – sie kommen und gehen, sie sind veränderlich und manchmal widersprüchlich. Glaube dagegen kann ein Anker sein, der bleibt, auch wenn die Gefühle sich verändern.
Wir leben ja im Glauben und noch nicht im Schauen.
Es ist völlig normal, dass man Phasen hat, in denen man wenig spürt oder sogar zweifelt. Das bedeutet nicht, dass der Glaube verschwunden ist. Echter Glaube ist mehr als Emotion – er ist eine Entscheidung, Gott zu vertrauen, auch wenn das Herz still ist.
Ein gutes Bild dafür ist die Ehe: Auch dort schwanken die Gefühle. Manchmal fühlt man Nähe, manchmal Distanz. Liebe besteht nicht darin, immer etwas zu empfinden, sondern darin, trotz wechselnder Gefühle Ja zu sagen – immer wieder neu. So ist es auch im Glauben:
Man bleibt, auch wenn in dem Moment das Gefühl fehlt. Genau in diesen Zeiten wächst Vertrauen. Mit der Zeit wird der Glaube zu etwas Tieferem als Emotion – zu einer stillen, tragfähigen Gewissheit, dass Gott da ist, auch wenn man ihn nicht spürt. So ähnlich wie der Balance-Lauf über ein Drahtseil – allerdings mit dem Wissen, dass man unter sich ein rettendes Netz hat, das einen auffängt, wenn man doch mal fällt.
Vielleicht hast du den Wunsch, Gott sofort zu „fühlen“. Und das kann sich auch in der Tat wunderbar schön anfühlen. Mach deine Beziehung zu Gott aber nicht von diesen besonders intensiven Erlebnissen abhängig. Glaube ist kein Dauergefühl. Er wächst – und manchmal sind gerade die Wüstenetappen die besonders intensiven und hilfreichen Trainingseinheiten für den Glauben. Übrigens: Du bist damit nicht allein. Auch biblische Personen erlebten zeitweise ein Gefühl von Gottesferne:
Solche Wüstenzeiten müssen nicht bedeuten, dass Gott fern ist. Oft formt er in der Stille unser Vertrauen. Wie ein Baum, der in der Trockenzeit tiefere Wurzeln bildet. Solche Erfahrungen können dazu führen, unseren „Glaubens-Muskel“ entscheidend zu stärken, wenn wir trotz Gegenwind an Gott dranbleiben und ihm vertrauen.
Aber nicht nur das: Selbst in Bedrängnissen rühmen wir uns, weil wir wissen, dass wir durch Leiden Geduld lernen; und wer Geduld gelernt hat, ist bewährt, und das wiederum festigt die Hoffnung.
Glaube ist mehr als eine Entscheidung – und doch gehört eine persönliche Antwort dazu. Erkenntnis allein ist noch keine Beziehung. Vertrauen wächst dort, wo ein Mensch auf das reagiert, was er von Gott erkannt hat. Das lässt sich mit einem Eheversprechen vergleichen: Auch dort sagt man nicht: „Ich habe alle Beweise, dass das ewig hält“, sondern: „Ich vertraue dir – und ich gehe diesen Weg mit dir.“ So ist es auch mit Gott: Man wird nie alle Antworten kennen, aber man kann auf Gottes Handeln antworten, ihm Vertrauen schenken und bewusst Ja sagen. Wenn du mehr dazu wissen willst, schau auch gern in Lektion 10 des Infokurses „Wie entscheidest du dich?“.
Glaube kann heißen, Schritte zu tun, bevor man das Ziel sieht. Wie Petrus, der auf das Wasser ging, weil Jesus ihn rief (Matthäus 14,29). Er wusste nicht, wie es ausgehen würde – aber er ging los. Vertrauen und echter Glaube können auch bedeuten: Ein Risiko mit Gott eingehen. Man verlässt das sichere Ufer der eigenen Kontrolle, um in das Vertrauen hineinzuwachsen und zu erleben: Gott ist da.
Psychologisch betrachtet braucht Glaube ebenso Mut wie jede Veränderung. Das Gehirn liebt Sicherheit – aber Wachstum findet vor allem außerhalb unserer Komfortzone statt. Mut im Glauben ist kein blinder Sprung, sondern ein Schritt getragen von einer inneren Gewissheit, dass man nicht allein geht.
Du möchtest diese Fragen weiter prüfen? Im kostenlosen Infokurs „Mein Weg zu Gott“ kannst du dich Schritt für Schritt mit den Grundlagen des christlichen Glaubens beschäftigen.
Infokurs kennenlernenManche Menschen gehen vielleicht davon aus, man könne Gott nur glauben, wenn es genügend Beweise gibt. Und da man Gott nicht beweisen könne und die Welt sowieso „durch Zufall und von allein“ entstanden sei, könne man auch nicht an Gott glauben. Funktioniert Glaube also nur für Intellektuelle „Unterflieger“ oder wenn man das Gehirn ausschaltet?
Nein! Der Verstand darf angeschaltet bleiben, aber Glaube geht darüber hinaus. Es gibt durchaus starke Hinweise auf einen Schöpfer. Wenn dich das Thema interessiert, schau auch gern in Lektion 1 des Infokurses „Mein Weg zu Gott“, wo es um die Frage geht: „Gibt es Gott überhaupt?“.
Aber selbst die besten Beweise führen nur bis an eine Grenze – dort, wo man sagt: „Jetzt vertraue ich.“ Das ist die „letzte Meile“ des Glaubens: Nicht mehr Beweise zu suchen, sondern dem, was man erkannt hat, zu folgen. So wie man auch den ersten Schritt auf eine Brücke setzt, weil man überzeugt ist, dass sie trägt.
Hältst du Glauben für „irrational“, weil Gott sich nicht naturwissenschaftlich beweisen lässt? Dann lohnt sich ein zweiter Blick. Naturwissenschaft kann sehr viel darüber erklären, wie Vorgänge in unserer Welt funktionieren. Die Frage, ob hinter dem Universum letztlich ein Schöpfer steht oder ob die Wirklichkeit ohne göttliche Ursache existiert, lässt sich mit naturwissenschaftlichen Methoden allein jedoch nicht abschließend entscheiden.
Auch der Atheismus ist deshalb keine naturwissenschaftlich bewiesene Schlussfolgerung. Wer davon ausgeht, dass es keinen Gott gibt und dass Universum, Leben, Bewusstsein und Moral letztlich ohne göttliche Ursache erklärt werden können, bewegt sich ebenfalls innerhalb eines weltanschaulichen Deutungsrahmens. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob man überhaupt weltanschauliche Annahmen hat, sondern welche Sicht auf die Wirklichkeit die besseren Gründe für sich hat.
Der christliche Glaube ist kein moralisches System, sondern Beziehung zu einer Person: Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Jesus erwiderte ihm: „Ich bin der Weg! Ich bin die Wahrheit und das Leben! Zum Vater kommt man nur durch mich.
Das Evangelium ist revolutionär: Gott fordert für die Erlösung keine menschliche Leistung, sondern bietet Versöhnung an. Durch den Tod und die Auferstehung Jesu wird die Trennung zwischen Mensch und Gott aufgehoben. Am Menschen liegt es nun, dieses Geschenk mit Reue, Buße und im Glauben anzunehmen. Das ist der Moment, in dem Glaube persönlich wird. Das bedeutet aber auch:
Wenn Glaube nur eine Ergänzung deines Lebens ist – noch etwas gute Taten zusätzlich auf der Waage, dann geht das an der eigentlichen Wahrheit vorbei. Erlösung findet nicht durch ein paar zusätzliche gute Taten statt. Wenn du mehr dazu wissen willst, schau gern in Lektion 9 des Infokurses, wo es um die Frage geht, ob alle in den Himmel kommen.
Aber ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen. Wer zu Gott kommen will, muss glauben, dass es ihn gibt und dass er die belohnt, die ihn aufrichtig suchen.
Vertrauen zeigt sich besonders dann, wenn man nicht sofort „vom Glauben zum Schauen“ kommt. Dazu eine Begebenheit aus dem Umfeld von Jesus: Eine nichtjüdische Frau bat Jesus, ihre Tochter zu heilen. Zunächst erhielt sie nicht die erhoffte Antwort. Doch sie blieb hartnäckig, wandte sich weiter an Jesus und ließ sich nicht entmutigen. Schließlich hob Jesus ihren großen Glauben hervor und erfüllte ihre Bitte. Mit anderen Worten: Wenn Gott nicht sofort antwortet, gib nicht auf, sondern bleib dran – und suche ihn weiter.
Wenn du spürst, dass dich diese Gedanken ansprechen, dann könnte der nächste Schritt der Glaubenskurs „Mein Weg zu Gott“ sein. Diesen Kurs gibt es in verschiedenen Varianten. Nutze ihn gerne so, wie es für dich passt. In übersichtlichen Einheiten erfährst du mehr über Aspekte wie diese:
Du willst den christlichen Glauben unverbindlich entdecken? Dann starte jetzt mit dem kostenlosen Infokurs „Mein Weg zu Gott“.
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